Einleitung

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He had stolen her todays but not her tomorrows. Those were hers
and one by one she stole them back.

Es ist doch so. Um in der Gesellschaft mit rollen zu können, müssen wir alle eine Kugel sein. Große Kugeln (aber nicht zu groß!), kleine Kugeln (aber nicht zu klein!),ein bisschen bunt vielleicht, aber auf keinen Fall zu bunt, wo kämen wir da hin. Alles, was eine Ecke hat, hat ein Problem: Die breite Masse an Kugeln rollt vorbei, lacht, rügt, lästert, da der Würfel sich so anders fortbewegt, als sie. So als Würfel hat man dann mehrere Optionen: Man kann zB extra besonders doll anecken, man rundet sich die Ecken ab oder man tut so, als wär man doch eine Kugel.

Es gibt aber viel subtilere Anpassungen an die Masse. Anerzogenes. So tief drin, dass wir das nicht mal merken, bis wir uns damit befassen. Zum Beispiel unsere Wortwahl. Nehmen wir das Wort „Egoist“. In der Gesellschaft ist das negativ behaftet. Wir dürfen nicht egoistisch sein. Mama hat gesagt, wir sollen teilen. Geizig sein ist keine Option und sehr schnell wird man als Geizkragen bezeichnet, nur weil man seinen letzten Keks selbst essen wollte.
Dabei ist es doch so: Gesunder Egoismus ist eine feine Sache. Ich bin jetzt 30, wenn ich mich nicht um mich selbst kümmere, tut das keiner. Natürlich, da sind Freunde. Freunde sind ebenfalls eine feine Sache. Aber es ist bei Weitem nicht so schlimm, erstmal an sich selbst zu denken, wie uns anerzogen wurde.

Ein weiteres von der Gesellschaft zu allgemein verwendetes Wort wäre „Narzisst“. Ich schätze mal, jeder kennt eine Person, die er als Narzissten bezeichnen würde. Jemand, der sich selbst ein bisschen zu geil findet, jemand, dessen Lieblingsthema er selbst ist. Natürlich ist das eine Form des Narzissmus, aber ehrlich, ein wenig narzisstisch sind wir alle. Anders kommt man kaum durchs Leben. Ohne Selbstliebe und Selbstüberzeugung ist das Leben wirklich sehr schwierig, da aus diesen zwei Punkten unzählige Ableger sprießen. Wenn man sich selbst nicht liebt, glaubt man dann eventuell auch, keine Liebe zu verdienen? Wenn man glaubt, keine Liebe zu verdienen, kann man dann glauben, dass die Liebe des Partners echt ist?

Ich könnte mir vorstellen, dass noch nicht allzu ersichtlich ist, worauf ich hinaus will. Dies soll der erste Post einer Reihe sein. Ich weiß nicht, wie lang die Reihe wird und ob ich sie vielleicht abbreche. Ich weiß noch nicht einmal genau, wie ich das Ganze aufbauen werde oder wieviel ich euch erzählen kann. Alles, was ich zu diesem Thema tue, hat Konsequenzen für mich. Seht diesen Text als Zeh über die Grenzlinie an. Ich teste, was passiert.

Mir ist da was passiert, vor einiger Zeit. Naja, genau genommen passiert es immernoch. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob es jemals wirklich aufhören wird..
Es ist aber auf jeden Fall so, dass ich wahnsinnig großen Redebedarf zu diesem Thema habe (alle meine Freunde sowie mein Therapeut können das bezeugen). Ich möchte mit dieser Reihe meine Erlebnisse verarbeiten. Und vielleicht liest jemand das, dem ähnliches passiert ist. Vielleicht erkennt er sich darin und sieht, dass er nicht alleine ist. Vielleicht kann ich helfen.

Es gibt da diesen Mann. Er war mein Partner für 1,5 Jahre und ich hoffe, dass ich ihn nicht allzu oft erwähnen werde, denn es soll hier um mich gehen.
Ich liebte sehr, ich sah die Zukunft mit Haus und Kindern. Ich fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben angenommen, wie ich bin: Ein Würfel unter Kreisen, so richtig akzeptiert habe ich mich nie gefühlt. Jetzt schon.
Seltsames geschah mit mir. Es war, als wäre ich nicht mehr ich selbst: Ich wurde wahnsinnig eifersüchtig, ich wurde wahnsinnig unsicher, ich wurde wahnsinnig labil. Ich wurde wahnsinnig. Ich kannte mich selbst nicht mehr. Ich traute meiner Wahrnehmung nicht mehr: Ich war doch dabei, ich weiß doch genau, was geschehen war an diesem oder jenem Abend, ich weiß doch genau, was diese oder jene Person gesagt hat. Wieso erzählt ER was ganz anderes? Ich muss mich wohl geirrt haben, ER ist doch unfehlbar, ER ist doch ein guter Mensch, ER tut doch alles für mich.

Ich weiß jetzt vieles. Was ich immer noch nicht weiß: Was ist eigentlich wirklich geschehen an jeden Abenden? Mein Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung kommt nur langsam zurück. Zu lange habe ich mir die Lügen eines anderen in meinem eigenen Kopf gerade gebogen.

Dies ist die Einleitung. Geheuerliches ist geschehen und ich weiß immernoch nicht, wie tief ich gehen will.

Aber was ihr auch tut, vertraut dem, was ihr wahrnehmt. Und wenn da jemand ist in eurem Leben, der Zweifel in eure Wahrnehmung sät: Geht bestimmten Schrittes in eine andere Richtung und dreht nie wieder um.

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